Wie Vereine sich gegen antidemokratische Kräfte wehren

Am Mittwoch, 22. April 2026, 19 Uhr findet im Theater im Volkshaus die gemeinsame Veranstaltung der Freiwilligen Agentur und des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ statt.

Noch nie war die Demokratie in Nachkriegsdeutschland so sehr gefordert wie derzeit: Laut Mitte-Studie der Friedrich Ebert-Stiftung von 2025 ist in der Mitte der Gesellschaft eine Normalisierung von antidemokratischen und menschenfeindlichen Aussagen zu beobachten. Und fast jede sechste Person (15 %) antwortet auf die Frage „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“ befürwortend.

Politische Anfragen zum Handeln und zur Gemeinnützigkeit einzelner Vereine schüren zudem Verunsicherung auf Seiten der Zivilgesellschaft. Und wie in Ostdeutschland schon mehrfach beobachtet, sind bereits einzelne Vereine, die sich beispielsweise für Geflüchtete einsetzen, von Mittelkürzungen betroffen. Zivilgesellschaftliche Akteure sind nicht mehr bloß gefragt Haltung zu zeigen. Sie sollten ihre Einrichtung auf Widerstandsfähigkeit (Resilienz) hin überprüfen.

Für die Zivilgesellschaft sind mit all dem besondere Herausforderungen verbunden: Bin ich als Verein genügend abgesichert, wenn ich mich für Demokratie und Menschenrechte starkmache? Wie reagiere ich auf Unterwanderung oder offene Einflussnahme von antidemokratischen oder rechtsextremen Mitgliedern oder Teilnehmenden? Was macht uns sattelfest und wie gehen wir mit Anfeindungen um?

Das Freiwilligen.Forum bietet Raum für offene Diskussion und kollegialen Austausch. Fachliche Impulse geben Thomas Köcher (Landeszentrale für politische Bildung/Erinnern für die Zukunft), Christine Sattler (Freiwilligen-Agentur Halle) sowie Jochen Semken (Freunde Worpswedes e. V. und Hotel Buchenhof) und Christian Linker (Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e. V.).

Die Veranstaltung findet im Theater im Volkshaus (Hans-Böckler-Straße 9, 28217 Bremen) statt und richtet sich an Freiwillige, Vereinsmitglieder, Engagierte und Hauptamtliche – also eigentlich an alle mit Interesse am Thema.

Neue Stolperstein-Verlegungen

Seit 2004 wurden über 800 Gedenksteine im gesamten Bremer Stadtgebiet verlegt. Am Dienstag, den 14. und Mittwoch, den 15. April 2026 findet nun erneut eine biografische Spurensuche statt. Dann werden weitere 21 Stolpersteine in verschiedenen Bremer Stadtteilen verlegt.Das Projekt Stolpersteine des Kölner Bildhauers und Aktionskünstlers Gunter Demnig besteht seit 1995. Es erinnert in Deutschland und im europäischen Ausland an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft – seit 2004 auch in Bremen. Die genauen Termine der Verlegungen finden Sie hier: Verlegeplanung 2026

Erweiterung der Bildungsmaterialien zur Deportation der Bremer Jüdinnen und Juden ins Minsker Ghetto für Bremerhaven und Verden

Die erste Deportation von Jüdinnen und Juden aus Bremen sowie dem Bremer Umland im November 1941 ging in das Ghetto nach Minsk, nicht nach Auschwitz oder andere bekannte Vernichtungslager der NS-Vernichtungspolitik. Von den 573 verschleppten Menschen überlebten nur sechs diesen Transport, die meisten wurden bei Massentötungen innerhalb des Ghettos ermordet, andere bei Massenerschießungen im Minsker Vorort Maly Traszjanez. Bis zum Ende der Sowjetunion wurde über den Holocaust kaum erinnert und geforscht; nach 1991 entwickelte sich aber eine aktive, auch bürgerschaftliche getragene Erinnerungskultur in Belarus.

Die frühere Leiterin der 2003 in Minsk gegründeten Geschichtswerkstatt, Dr. Iryna Kashtalian (seit 2023 Mitarbeiterin in der Gedenkstätte Buchenwald), hat neue Bildungsmaterialien gezielt für die Arbeit an Schulen in Bremen und dem Umland erarbeitet, in die sie in Biografien von aus Bremen deportierten Jüdinnen und Juden, aber auch der verantwortlichen NS-Täter einführt und Hintergrundmaterial u.a. zur Erinnerungskultur in Bremen und Minsk präsentiert. Die Materialien wurden mit einer Förderung von „Erinnern für die Zukunft“ e.V. sowie der Partnerschaft für Demokratie der Landkreise und Städte Nienburg und Verden (WABE) im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ mit weiteren Biografien für Bremerhaven und Verden erweitert.

Das Material macht zahlreiche Vorschläge für Arbeitsaufträge, die Schüler:innen und andere Interessierte zur Auseinandersetzung und Diskussionen anregen sollen.

Die Bildungsmaterialien finden Sie hier: Broschüre_v2_korrigiert

PPP_Die Deportation der Jüdinnen und Juden aus dem Bremer Raum

Neue Spur „Käte van Tricht – “durchhalten und immer wieder aufstehen““ auf Spurensuche-Bremen.de

Käte van Tricht genoss als Musikerin, insbesondere an der Orgel, einen ausgezeichneten Ruf, weit über Bremen hinaus. Wer sie kannte, erinnert sich an eine charismatische Frau, eine besondere Persönlichkeit. Das, ... » weiterlesen

Gedenkprogramm für die Opfer des Nationalsozialismus

Seit vielen Jahren koordiniert der Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ mit der Landeszentrale für politische Bildung und vielen Partnerinnen und Partnern in Bremen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, welches zeitlich weit über den 27. Januar hinausgeht.

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet in diesem Jahr am Dienstag, den 27. Januar um 19.00 Uhr in der Oberen Halle des Bremer Rathauses statt. Nach der Begrüßung von Dr. Thomas Köcher (Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Bremen) spricht Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte das Grußwort. Anschließend findet der Fest-Vortrag von Karolina Kühn (NS-Dokumentationszentrum München) statt. Danach gibt es einen Beitrag von Christian Linker (Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.). Darüber hinaus verlesen Schülerinnen und Schüler des Alexander von Humboldt Gymnasiums Biografien von Bremer NS-Opfern. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Bremer Namu Ensemble.

Das Gesamtprogramm finden Sie hier 27Januar2026_Heft

Neue Spur „Frauen aus dem KZ–Aussenlager Stuhr/Obernheide bauen „Behelfsheime für Ausgebombte““ auf Spurensuche-Bremen.de

Die Betonbaufirma Lüning & Sohn verfügte über zwei Produktionsorte, nämlich in Syke und in Bremen–Hemelingen. Dort befand sich die Betriebsstätte an der Hemelinger Straße 46.[1] Der Historiker Müller[2] nennt für ... » weiterlesen

Neue Spur „Ein Schicksal unter §175. Die Verfolgung und Ermordung von Emil Walter Köster“ auf Spurensuche-Bremen.de

Der Marinesoldat Emil Walter Köster wurde im Nationalsozialismus als Homosexueller verfolgt. Nach seiner Flucht aus dem Straflager VII in Esterwegen wurde er kurz vor Kriegsende in der ostfriesischen Gemeinde Ihrhove ... » weiterlesen

Neue Spur „Die Jute Spinnerei: eine Liebe in schwierigen Zeiten“ auf Spurensuche-Bremen.de

Ab 1943 ordneten die deutschen Besatzer in den Niederlanden für alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren den Arbeitseinsatz an. Die Betroffenen wurden zwangsweise nach Deutschland gesandt, um in kriegsnotwendigen ... » weiterlesen

Neue Spur „Charles Gerber: Antifaschist in Polizeidienst“ auf Spurensuche-Bremen.de

In der Bremer Admiralstraße steht ein Hochbunker aus der Zeit des NS-Regimes. Dort entstand unter der Leitung der Professoren Jürgen Waller und Eckhard Jung ein monumentales Wandbild mit dem Titel ... » weiterlesen

Neue Spur „Friedrich Kennemann, homosexuell, 1945 ermordet im KZ“ auf Spurensuche-Bremen.de

Seit mindestens 1927 war Friedrich Kennemann der Kriminalpolizei als Homosexueller bekannt, wurde mehrmals vor öffentlichen Bedürfnisanstalten zwecks Vernehmungen abgeführt, seine Wohnung observiert. Die "wilden 20er Jahre" erfüllten sich nur bedingt ... » weiterlesen